Meine
Geschichte
Maridoshe

Nachdem er vor dem Konflikt im Kongo fliehen musste und in einer Flüchtlingssiedlung in Uganda aufwuchs, engagiert sich Maridoshe heute als Assistenzlehrer und Fussballtrainer für die Förderung junger Menschen. Während der Young Coach-Ausbildung lernte er, wie Führung, Kinderschutz und Fussball genutzt werden können, um Herausforderungen in der Gemeinschaft zu bewältigen. Sein Ziel ist es, eine inklusive Fussballakademie aufzubauen, die Bildung, persönliche Entwicklung und ein friedliches Zusammenleben für alle Kinder fördert.

Meine Geschichte

Mein Name ist Maridoshe und ich komme aus der Demokratischen Republik Kongo. Ich wurde in der Stadt Goma geboren, einem Ort, der reich an natürlichen Ressourcen ist, aber seit vielen Jahren von Konflikten geprägt wird. Ich wuchs in einem stabilen Umfeld in einer guten Familie auf, doch als der Krieg unsere Region erreichte, verloren wir alles. Mein Vater wurde während des Konflikts getötet und meine Familie musste nach Uganda fliehen. Seit zehn Jahren lebe ich nun mit meiner Mutter und meinen Geschwistern in einer Flüchtlingssiedlung.

Heute arbeite ich als Assistenzlehrer an einer Grundschule in meinem Dorf. Die Schule hat rund 600 Kinder mit unterschiedlichen ethnischen Hintergründen, darunter Kinder aus dem Kongo, Uganda und dem Südsudan. Ich arbeite hauptsächlich mit dem Gesundheits- und dem Debattierclub zusammen, wo ich friedliches Zusammenleben fördere und Kinder dazu ermutige, in der Schule zu bleiben. Besonders wichtig ist mir die Unterstützung von Mädchen und Jungen gleichermassen, denn jedes Kind verdient die Chance zu lernen und sich eine bessere Zukunft aufzubauen.

Meine Gemeinschaft steht vor vielen Herausforderungen. Durch Kürzungen der humanitären Hilfe ist das Leben für viele Flüchtlingsfamilien schwieriger geworden. Die wirtschaftlichen Möglichkeiten sind begrenzt und einige junge Menschen sind grossen Risiken ausgesetzt, weil sie Schwierigkeiten haben, ihre grundlegenden Bedürfnisse zu erfüllen. Deshalb ist es so wichtig, sichere Räume für Kinder und Jugendliche zu schaffen.

Die wichtigste Erkenntnis, die ich während der Young Coach-Ausbildung gewonnen habe, ist, dass Führung bedeutet, Probleme mit den vorhandenen Ressourcen zu lösen. Selbst wenn man nur einen Ball hat, kann man vielen Kindern Chancen bieten, wenn man gut plant und zusammenarbeitet. Ausserdem habe ich viel über Kinderschutz gelernt und darüber, wie Fussball genutzt werden kann, um die Entwicklung von Kindern zu fördern. Die praktischen Trainingseinheiten waren besonders wertvoll, weil sie mir gezeigt haben, wie man Trainingseinheiten durch Spiele und abwechslungsreiche Aktivitäten interessanter und motivierender gestalten kann, anstatt sich nur auf körperliche Übungen zu konzentrieren.

Wenn ich in meine Gemeinschaft zurückkehre, möchte ich das Gelernte nutzen, um meine eigene Fussballakademie aufzubauen. Ich möchte eng mit Schulen und Gemeindeleitungen zusammenarbeiten, damit möglichst viele Kinder teilnehmen können. Die Akademie wird für alle offen sein, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem Leistungsniveau. Mein Ziel ist es nicht nur, talentierte Spieler:innen zu fördern, sondern Fussball auch als Werkzeug für Bildung, Gesundheit und friedliches Zusammenleben zu nutzen. Durch Fussball möchte ich Kindern helfen, an sich selbst zu glauben und neue Perspektiven für ihre Zukunft zu schaffen.

Quick Facts
  • Young Coach-Ausbildung Uganda 2026
  • Kongolese
  • 18 Profitierende Kinder