Remo ist ein engagiertes Vorbild in seiner Gemeinschaft. Sein Ziel ist es, die jüngere Generation zu inspirieren und ihr Werte wie Zusammenhalt und Frieden zu beizubringen. Für ihn ist Sport das ideale Mittel, um kulturelle Unterschiede zu überbrücken und Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen zusammenzubringen. Indem Kindern diese Werte vermittelt werden, kann dazu beigetragen werden, Konflikte zu bewältigen und eine bessere Zukunft aufzubauen. Die Young Coach-Ausbildung gibt Remo das nötige Wissen, um die Menschen in seiner Gemeinschaft weiterhin zu inspirieren.
MeineGeschichteRemo
Meine Geschichte
Mein Name ist Remo, und ich bin 2016 in die Flüchtlingssiedlung Rhino Camp in Uganda gekommen. Ich musste aufgrund des anhaltenden gewaltsamen Konflikts aus meinem Heimatland, dem Südsudan, fliehen.
Eine meiner Hauptaktivitäten in diesem Camp ist die Arbeit mit Kindern, insbesondere im Bereich Sport. Die ältere Generation, die derzeit unser Land regiert, denkt nicht an Frieden. Einer der Gründe für den Konflikt im Südsudan ist der Tribalismus. Er ist tief in unserer Gesellschaft verwurzelt und stellt ein grosses Hindernis für den Frieden dar. Tribalismus führt zu Diskriminierung. Die Menschen betrachten die Mitglieder ihres eigenen Stammes als ihre Familie, während Aussenstehende als Feinde angesehen werden. Dies führt zu Konflikten innerhalb der Bevölkerung und ist einer der Treiber des Krieges in unserer Heimat.
Die junge Generation ist jedoch unsere Zukunft, und bald wird sie die Führung im Südsudan übernehmen. Die Zukunft meines Heimatlandes wird nicht mit Waffen gestaltet, sondern indem wir unseren Kindern Wissen und Fähigkeiten vermitteln. Dies kann durch den Einsatz von Sport als Bildungsinstrument erreicht werden. Wenn wir junge Menschen ausbilden und angemessen unterstützen, werden sie zu einem wichtigen Faktor, der den Südsudan verändern kann.
Während der Ausbildung zum Young Coach habe ich viel gelernt, insbesondere über die Kommunikation mit anderen. Dank dieses Programms verstehe ich jetzt, dass wir alle miteinander verbunden sind und dass wir gemeinsam alles erreichen können. Das möchte ich meinen Mitmenschen vermitteln, sobald ich nach Hause zurückkehren kann. Sobald wir diese mentalen Grenzen überwinden, die wir zwischen „uns” und „ihnen” schaffen, wird Frieden nicht nur möglich, sondern unumgänglich. Die Ausbildung hat mir das notwendige Wissen und die Fähigkeiten vermittelt, um diese Botschaft weiterzugeben.
Ausserdem konnte ich mein Verständnis davon, was Fussball bedeutet und beinhaltet, erweitern. Früher dachte ich, dass es beim Fussball nur ums Aufwärmen und Spielen geht, und das war’s. Jetzt verstehe ich, dass Fussball viel mehr beinhaltet. Fussball kann Bildung, Inklusion, Kultur, Singen und so vieles mehr umfassen. Diese Erfahrungen werde ich einsetzen, um die Flüchtlingskinder in unserem Camp zu trainieren.
Meiner Meinung nach ist Sport essenziell für unsere Gesellschaft, da er uns vereint und ein friedliches Zusammenleben fördert. Es gibt keinen Unterschied zwischen den Flüchtlingskindern in unserer Siedlung und den Kindern der lokalen Bevölkerung. Würden wir unsere Aktivitäten trennen, könnte es möglicherweise zu einem weiteren Konflikt kommen; deshalb führen wir alle Aktivitäten gemeinsam durch, was uns noch mehr verbindet. Wir teilen alles miteinander: Essen, Wasser, Land. Man kann kaum zwischen einem Ugander und einem Südsudanesen unterscheiden, denn hier leben wir alle zusammen.
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Young Coach Education Uganda 2025
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Südsudanese
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