Schon von klein auf liebte Jennet den Sport und begeisterte sich besonders für Fussball und Volleyball. Als sich die Krisen im Südsudan verschärften, floh sie nach Uganda. Im Rhino Camp begann sie, Kinder durch spielerische und pädagogische Aktivitäten zu begleiten und nutzte ihre Leidenschaft für den Sport, um Mädchen zu stärken und den Zusammenhalt in ihrer Gemeinschaft zu fördern.
MeineGeschichteJennet
Meine Geschichte
„Mein Name ist Jennet. Ich komme aus dem Südsudan und lebe derzeit im Rhino Camp in Uganda, wohin ich aufgrund der Krisen in meiner Heimat als Flüchtling geflohen bin.
Schon seit meiner Kindheit liebe ich den Sport. In der Grund- und Sekundarschule habe ich Fussball und Volleyball gespielt und an Schulwettbewerben teilgenommen, sowohl in Mädchenmannschaften als auch in gemischten Teams. Als ich älter wurde, habe ich mir gesagt: „Ich möchte beginnen, Kinder zu trainieren, statt selbst so viel Fussball zu spielen.“ Heute bin ich Mutter, und wenn ich mich verletzen würde, wäre niemand da, der sich um mich kümmert. Dennoch hat mich das nie davon abgehalten, sportlich aktiv zu bleiben.
Seit meiner Ankunft in Uganda habe ich eine Rolle als Community Leader übernommen und engagiere mich intensiv für unsere Gemeinschaft. Ich arbeite mit Kindern, unterrichte sie in der Schule und in der Kirche, wo ich als Leiterin der Sonntagsschule tätig bin.
Ich habe mich für die Young Coach Ausbildung beworben, damit ich als Young Coach meinen Weg fortsetzen und weiterhin Kinder unterrichten kann. In unserer Gemeinschaft fehlt es an Trainer:innen für Mädchen. Die meisten Trainer:innen sind männlich und setzten sich daher meist für die Jungs ein und nicht für die Mädchen. Viele Menschen glauben, dass Mädchen keinen Fussball spielen können. Dabei sind sie oft sogar die Besten.
Meine Vision ist es, die Zahl der Teenagerschwangerschaften in unserer Gemeinschaft zu reduzieren. Viele Mädchen werden bisher kaum in Sportaktivitäten einbezogen, da die meisten Angebote im Camp auf Jungen ausgerichtet sind. Die Mädchen möchten jedoch unbedingt teilnehmen. Wenn sie ausgeschlossen werden, verbringen sie ihre Zeit oft mit Gleichaltrigen, was ihr Risiko für frühe Schwangerschaften erhöht. Durch ihre gezielte Einbindung in den Sport können die Mädchen zusammenwachsen und erlernen, was die negativen Folgen von Teenagerschwangerschaften sind.
Durch die Young Coach Ausbildung konnte ich meine Fähigkeiten weiterentwickeln. Ich habe viel von anderen Trainer:innen gelernt und wir haben gemeinsam Einheit, Teamarbeit und Vernetzung erlebt. Wenn wir die Kinder bei den Festivals zum ersten Mal treffen, sehen sie uns oft noch als Fremde. Doch wenn wir sie trainieren und Zeit mit ihnen verbringen, fühlen sie sich einbezogen und wertgeschätzt. Manche fragen sogar, ob wir am nächsten Tag wiederkommen oder ob sie einen Ball mit nach Hause nehmen dürfen.
Zurzeit arbeite ich mit rund 30 Kindern in der örtlichen Kirche, wo ich die Sonntagsschule leite. Gemeinsam wird gespielt, gezeichnet und viele weitere Aktivitäten erlebt. Dabei ist es mir wichtig, den Kindern zu vermitteln, dass ihre Konfession sie nicht einschränken darf und dass weder Stamm, Hautfarbe noch Besitz uns trennen sollte, denn wir alle gehören zusammen.“
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Young Coach Ausbildung Uganda 2025
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n/a
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Südsudanesin
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2 Peer Young Coaches
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70 Profitierende Kinder