Meine
Geschichte
Marilay

Aufgrund der wirtschaftlichen schwierigen Situation in Venezuela zog Marilay nach Ecuador. Dort angekommen, realisierte sie, wie bedeutsam Sport ist, um persönliche Traumata zu verarbeiten. Da sie bereits in Venezuela im Bereich Sport tätig war, wollte sie auch in Ecuador in diesem Bereich arbeiten und wurde so aufmerksam auf die Young Coach-Ausbildung. Hier konnte sie ihr Wissen zu Fussball als Mittel zur Gemeinschaftsbildung weiter vertiefen und ist nun ein Vorbild für Menschen aus schutzbedürftigen Gemeinschaften.

Meine GEschichte

Ich heisse Marilay und musste aufgrund der wirtschaftlichen Lage von Venezuela nach Ecuador migrieren. Alles hinter mir zu lassen und eine neue Existenz aufzubauen, ist nicht gerade leicht,- vor allem für meinen Sohn, dem ich die bestmöglichen Lebensbedingungen bieten möchte. Schon nach kurzer Zeit in Ecuador konnte ich wieder mit Kindern im Bereich Sport arbeiten, was ich bereits zuvor in Venezuela getan hatte.

Im Fokus meiner Arbeit steht das Thema Resilienz, was für mich bedeutet, an mir selbst zu arbeiten. Während ich verschiedene Workshops leitete, durchlebte ich ein zweites Mal, was mir während der Zeit als Migrantin widerfahren ist. Diese Workshops schufen durch Sport ein gegenseitiges Unterstützungsnetzwerk und brachten den Kindern, aber auch mir, Resilienz bei; einem essenziellen Bestandteil, um Schmerz und Trauer in Hoffnung umzuwandeln. Dabei realisierte ich, wie Sport mir helfen kann, Hürden zu überwinden und stärker zu werden.

Ich arbeite mit Migrantinnen und Migranten sowie Einheimischen in vulnerablen Situationen in den nördlichen und südlichen Vierteln von Quito. Ich versuche sie zu unterstützen, indem ich Ihnen zeige, wie Sport ein hilfreiches Mittel ist, um Rückhalt, Stabilität und emotionale Heilung zu erhalten. Letzteres ist besonders wichtig, wenn man bedenkt, was viele Menschen durchlebt haben. Zusätzlich kommt es aufgrund der Gewalt des organisierten Verbrechens zu Binnenmigration aus der Küstenregion nach Quito und in umliegende Regionen. Vielen der Migranten fehlen offizielle Dokumente, was ihre Situation zusätzlich verschärft. Wenn sie jedoch erfahren, dass ich aus Venezuela komme, fühlen sie sich sofort verstanden. Sie wissen, dass ich nachvollziehen kann, was sie gerade durchmachen, und das schafft einen sicheren Raum.

Als ich zum ersten Mal von der Young Coach-Ausbildung gehört habe, war ich sehr beeindruckt. Sie vereint Sport mit humanitärer Entwicklung und Friedensförderung. Das sind genau die Elemente, die mir geholfen haben, schwierige Zeiten zu überwinden. Dazu hat man die einmalige Gelegenheit, von Trainern europäischer Profiklubs zu lernen. Ich konnte es kaum glauben, als ich die Zusage bekam – ich war voller Freude. Die Young Coach-Ausbildung absolviert zu haben, bedeutet mir enorm viel, da sie mir ermöglicht hat, vulnerable Gemeinschaften im ganzen Land zu erreichen. Gerne gebe ich auch dieses Wissen an Andere weiter. Diejenigen, die ich als Peer Young Coaches ausbilde, können wiederum ihre Erfahrungen an andere weitergeben. Vor allem junge Mädchen, die im Fussball ohnehin unterrepräsentiert sind, werden zu Vorbildern für andere Mädchen und Frauen, was sich auch positiv auf die Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft auswirken wird.

Dieses Projekt hat eine enorme Wirkung, da wir Kinder mithilfe sportlicher Aktivitäten und Bildungsspielen positiv beeinflussen können. Hinter Fussball steckt etwas viel Tieferes und Bedeutsameres und ist somit nicht einfach nur eine reine Freizeitaktivität. Wenn Fussball schon mich so positiv beeinflusst, kann ich mir die Wirkung auf Kinder nur ansatzweise vorstellen. Mir wurde auch bewusst, dass ich allein die Welt nicht retten kann. Deshalb fordere ich die Menschen auf: «Wenn ich dich unterstützen kann, dann kannst du wiederum anderen helfen.» Wir müssen die Verantwortung gemeinsam tragen. Wenn man all die Probleme berücksichtigt, mit denen wir zu kämpfen haben, ist es nicht immer einfach. Nichtsdestotrotz kann ein Spiel die Welt und all ihre Probleme zum Stillstehen bringen, wie eine goldene Stunde. Während dieser Zeit fühlen sich alle verstanden, sicher, als Teil eines Teams und als Teil eines Netzwerkes.

Quick Facts
  • Young Coach-Ausbildung Ecuador 2023/24 & 2025
  • FUDELA
  • Venezolanerin
  • 3 Peer Young Coaches
  • 160 Profitierende Kinder