Meine
Geschichte
Taban



Taban ist ein südsudanesischer Flüchtling, der in Uganda lebt. Als Trainer und Gemeinschaftsleiter bietet er jungen Menschen trotz schwieriger Umstände die Möglichkeit, zu lernen, zu wachsen und wichtige Lebenskompetenzen zu entwickeln. Im Rahmen der Young Coach-Ausbildung hat er wertvolles Wissen erworben, das er nun an andere Trainer, Eltern Gemeinschaftsmitglieder weitergeben möchte.

 

Meine GESCHICHTE

Mein Name ist Taban, aber in meiner Gemeinschaft nennt mich jeder Sakho. Ich komme aus Südsudan und kam 2016 als Flüchtling nach Uganda, nachdem der Krieg mich gezwungen hatte, meine Heimat zu verlassen. Meine Kindheit war nicht einfach. Ich wurde von meiner Mutter und meinen drei Brüdern grossgezogen, da ich meinen Vater nie kennengelernt habe. Als der Konflikt eskalierte, mussten wir fliehen, und ich wurde von meiner Mutter getrennt. Sie lebt bis heute im Südsudan. Heute bin ich verheiratet und habe ein eigenes Kind. Ich fühle mich nicht nur für meine Familie verantwortlich, sondern auch für viele Kinder in meiner Gemeinschaft.

Sport war schon immer ein wichtiger Teil meines Lebens. Fussball war meine Lieblingsbeschäftigung als Kind, und auch später spielte ich für die Schule und lokale Vereine. Nachdem ich nach Uganda gekommen war, stellte ich fest, dass unserem Gemeindeteam eine Führungsperson fehlte. Deshalb entschied ich mich, mit dem Spielen aufzuhören und Trainer zu werden. Während ich ältere Altersgruppen trainierte, bemerkte ich, dass jüngere Kinder oft ausgeschlossen wurden. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Gemeinschaft begann ich, im Gemeinschaftszentrum Aktivitäten für Kinder zu organisieren. Was mit nur wenigen Kindern begann, ist heute zu einer Gruppe von etwa 20 bis 30 Kindern angewachsen, die jeden Sonntag zu uns kommen. Neben Fussball bieten wir auch Lesen, Singen, Rechenübungen sowie spirituelle Begleitung an.

Trainer zu sein bedeutet mir sehr viel, weil ich Kindern helfen möchte, ihre Talente zu entwickeln und gesund aufzuwachsen. Viele Kinder in unserer Gemeinschaft stehen vor grossen Herausforderungen. Manche kommen hungrig zu uns und haben nicht genug Energie, um aktiv teilzunehmen. Gleichzeitig fehlen uns oft Ausrüstung und andere wichtige Ressourcen. Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, dass einige Eltern den Wert von Sport und Gemeinschaftsaktivitäten für die Entwicklung ihrer Kinder noch nicht ausreichend erkennen. Trotz dieser Herausforderungen schaffen wir weiterhin Möglichkeiten für Kinder, zu lernen und Freude zu haben.

Die Young Coach-Ausbildung hat mir viele wertvolle Lektionen vermittelt. Eine der wichtigsten war die Bedeutung, die gesamte Gemeinschaft einzubeziehen. Ich habe erkannt, dass Eltern und Gemeindeleitungen Teil unserer Arbeit sein sollten, damit sie die Vorteile unseres Zentrums für Kinder besser verstehen. Eine weitere wichtige Erkenntnis war das Verständnis der verschiedenen Fussballfertigkeiten. Früher dachte ich, dass Passen und Schiessen im Grunde dasselbe seien. Durch die Ausbildung habe ich gelernt, dass jede Fertigkeit unterschiedliche Techniken und Lehrmethoden erfordert. Dieses Wissen wird mir helfen, den Kindern in meiner Gemeinschaft bessere Lernerfahrungen zu ermöglichen.

Fussball ist weit mehr als nur ein Spiel. Er schafft einen sicheren Raum, in dem Kinder lernen, Selbstvertrauenn aufbauen und wichtige Lebenskompetenzen entwickeln können. Wenn ich nach Hause zurückkehre, möchte ich alles, was ich gelernt habe, mit anderen Trainern, Eltern und Gemeindeleitungen teilen. Durch die Zusammenarbeit können wir, davon bin ich überzeugt, noch mehr Kinder erreichen und einen positiven Einfluss auf unser Umfeld ausüben.

Quick Facts
  • Young Coach-Ausbildung Uganda 2025
  • Süd Sudanese
  • 2 Peer Young Coaches
  • 100 Profitierende Kinder